Claudia Krug

oder

und da war noch dieser film, den ich gesehen haben wollte. obwohl er sehr eigenartig wurde ...

die passion christi

aber eigentlich begann es schon, als ich die dvd startete ... ein eigenartiges bebrabbel im dunklen ließ mich hektisch das sprachmenü durchwühlen. aber es gab nur englische untertitel, deutsche untertitel und gar keine untertitel. kein kirgisisch oder norwegisch oder was immer das auch für eine sprache war ... aber ach! das war aramäisch!!! halleluja! mel gibson hat den film auf aramäisch (und lateinisch) gedreht! nun ja ...

so brabbelt also christus im neblig dunklen mit seinen jüngern, wartet auf seinen verrat und könnte auch in einem fantasyfilm aufgehoben sein. wären zombies oder drachen aufgetaucht, hätte es mich nicht gewundert. dann kommen sie ihn holen und ein wirres spiel um zuständigkeit und bestrafung beginnt. meiner meinung nach mit eindeutig antisemitischen zügen ... aber abgesehen davon, einige der szenen erinnern mich verdammt an das leben des brian und ich kann mir das schmunzeln nicht verkneifen.

dann schließlich beginnt die prügelei. eine gruppe eigenartiger römischer soldaten beginnen, christus mit immer abstruseren peitschen zu schlagen. und als der rücken nur noch aus hautfetzen besteht, drehen sie ihn sicherheitshalber nochmal um.
sorry - diese szene dauert mehr als zehn minuten und ist definitiv pervers. abgesehen davon, dass kein menschliches wesen das bei bewußtsein ertragen würde, es ist einfach nur brutal und blutrünstig. ja, sie haben ihn vermöbelt. aber das war einfach too much.

dann nochmal das kreuzgeschleppe (aber jeder nur ein kreuz, haha), der samariter (unter protest), der berg. dann schlagen sie christus an der falschen stelle die nägel durch hände und füße (da wäre er einfach zerrissen und runtergerutscht). schließlich das unwetter und - ein erdbeben. also, ich kann mich an kein erdbeben in der bibel erinnern. entweder man hält sich akribisch an die bibel - oder stellt die dinge so dar, wie sie hätten sein können.

fazit: er bemühte sich stets. mel gibson hat sich anscheinend nicht entscheiden können - entweder ein actionfilm oder ein historischer film. er ist wohl religiös aber auf eine perverse art und weise. trotzdem sollte er bei der fiktion bleiben. das andere ist nicht glaubwürdig und hakt an allen ecken und enden.